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Aufruf – Fieberambulanz Mayen 1

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
wir dürfen uns mit einem HILFERUF an Sie alle wenden:

Die Fieberambulanz am Schützenplatz in Mayen benötigt dringend ärztliche Unterstützung und wir appellieren auf diesem Wege über alle Fachgruppen unserer Ärzteschaft in Mayen und der Vordereifel hinweg, sich hier zu beteiligen.

Fieberambulanz / Fieberstraße Mayen

Der Einsatz am Schützenplatz (vor dem TuS-Gelände) kann für jeden Arzt nur 2 Stunden am Stück erfolgen, da gemäß Arbeitsschutzgesetz die Atemmaske danach gewechselt werden muss. Danach erfolgt eine 30 minütige Pause , in der ein anderes Team eingesetzt wird. Für den ärztlichen Einsatz müssen keine speziellen Vorkenntnisse bestehen. Jeder neu hinzukommende Kollege wird intensiv eingewiesen, erhält eine komplette Schutzausrüstung bestehend aus Infektionsoverall, Brille, FFP-3 Maske sowie doppelter Behandschuhung.

Ein Arzt ist mit 2 Krankenschwestern/ Rettungsassistenten ( einer für Administration, ein weiterer, der die Voruntersuchung wie Pulsoxymetrie, Fiebermessung und ggf. Blutdruckmessung übernimmt ) im Team zur Behandlung der Patienten eingesetzt. Es erfolgt eine Anamnese und das Abfragen der Risikogebiete, dafür stehen Flowcharts sowie Checklisten zur Verfügung. Anhand dieser strukturierten Vorgaben wird im Team darüber entschieden, ob ein kombinierter Mund-Nasen-Abstrich zur Covid- 19 Bestimmung erfolgen soll.

Der Abstrich wird zur Auswertung ins Labor versandt . Das Ergebnis benötigt aktuell 1-4 Tage . Die Patienten werden in jedem Fall telefonisch über das Ergebnis informiert sowie darüber aufgeklärt, so lange zuhause zu bleiben bis das Ergebnis mitgeteilt wird. Zudem wird dem Patienten Infomaterial ausgehändigt. Für leibliches Wohl der Teammitglieder ist im benachbarten Schützenheim gesorgt.

Die Fieberambulanz hat für Patienten von Montag bis Sonntag 10:00 Uhr – 15:00 Uhr geöffnet (teilnehmende Ärzte treffen sich bereits um 9:30 Uhr zu einer Vorbesprechung und bleiben nach Schluss der Zelte noch eine halbe Stunde zur Nachbesprechung).

Alle Kolleginnen und Kollegen, die teilnehmen möchten sollten sich per e-mail an Frau Ursula Theisen uschi.theisen@gk.de oder auch telefonisch an diese wenden (02651-834809).
Nach zahlreichen Gesprächen mit den Organisatoren der Fieberambulanz soll aufgrund täglich rasant ansteigender Frequentierung eine dritte Fieberstraße am selben Ort errichtet werden – hierfür benötigen wir zahlreiche ärztliche Helfer aus dem niedergelassenen Bereich.

Zum Hintergrund: die Fieberambulanz wurde vor 2 Wochen von der Kreisverwaltung MYK unter Federführung unseres Landrates Herrn Dr. Saftig ins Leben gerufen und zusammen mit dem Gesundheitsamt nach zahlreichen Gesprächen mit Ärzten verschiedener Fachgruppen, der Feuerwehr und Katastrophenschutz geplant und etabliert. Sie ist derzeit für die Bevölkerung des gesamten Landkreises zuständig. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen administrative Abläufe. Die Organisation der ärztlichen Besetzung wurde an die ärztlichen Leiter des Klinikums Mayen sowie des Klinikums Andernach delegiert (in Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Leiter Rettungsdienst).

Diese erstellen den Dienstplan und bisher waren Ärzte der Kliniken im Einsatz- neben zahlreichen niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, die sich dort in Eigeninitiative bereiterklärt haben, mitzuarbeiten. Ob die ärztliche Teilnahme rein ehrenamtlich ist oder wie Herr Dr. Saftig erklärte, mit 110.- EU pro Stunde dotiert werden soll ist aktuell noch unklar- und unserer Meinung nach momentan unerheblich. Bei der Planung der Fieberstraße hatte die Kreisverwaltung ganz zu Beginn bereits Kontakt zur KV aufgenommen, da klar war, dass die ärztliche Besetzung rein durch Klinikärzte nicht lange ausreichen würde.

Die KV hat sich für dieses Thema jedoch nicht interessiert und eine organisatorische Unterstützung/Rekrutierung mit dem Argument, man werde einen anderen Plan umsetzen, abgelehnt. An der Fieberambulanz/-straße wird aktuell sehr viel Kritik geübt, da sie natürlich eine Notgeburt war und in kürzester Zeit umgesetzt werden sollte und zumindest anfangs funktionieren musste. Heute hat sich gezeigt, dass es zu erheblichen Wartezeiten kommt, wegen exponentieller Nachfrage der Bevölkerung – es gibt Traubenbildungen, Menschen stehen zu eng aneinander, drängen sich vor etc. und die Infektionsgefahr steigt dadurch erheblich. Nur durch die Installation einer dritten Straße und damit durch die Mithilfe von Ihnen/uns allen, kann hier eine sichere und strukturierte Arbeit gewährleistet werden.

Es gibt zahlreiche Verbesserungsvorschläge, wie die Umfunktionierung zum „drive-in“:
Patient bleibt im Auto sitzen, Abstrich wird gemacht und weiter geht`s. Nachteile dabei wären, dass keine ausreichende Untersuchung stattfinden kann (wenn nötig) und es vom Verkehrsaufkommen derzeit nicht realistisch zu sein scheint, die Anzahl zu erwartender PKWs hier selbst durch massives Eingreifen des Ordnungsamtes zu regulieren. Weitere Kritikpunkte sind, dass (noch) keine adäquate klinischen Untersuchung/medizinische Hilfe erfolgen, kann- es wird keine Rezeptausschreibung durchgeführt für Patienten, die sich beispielsweise mit bakteriellen Superinfektionen präsentieren (Antibiotikum) oder eine spastische Bronchitis haben (Sprays, ggf. Cortison etc.).

Schleimlöser oder Fiebersenker kann man ggf. selbständig in Apotheken erwerben, aber verschreibungspflichtige Medikamente werden nicht ausgestellt. Auch kann hier derzeit keine ggf. benötigte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder eine Überweisung zum Röntgen ausgestellt werden. Wir prüfen gegenwärtig die Installation eines Zusatzzeltes, in dem eine medizinische Versorgung durchgeführt werden kann. Idealerweise würden auch Medikamente direkt vor Ort durch Apotheken ausgegeben.

Ziel ist es, alle potentiell infektiösen Patienten (inapparente Verläufe!!, falsch negativ oder NICHT-getestete Menschen), die medizinische Hilfe benötigen, unkompliziert und umfassend in Fieberambulanzen zu versorgen um diese von weiteren Kontakten im öffentlichen und/oder erweiterten medizinischen Bereich wie haus- und fachärztlichen Praxen, Krankenhäusern, BDZ oder Apotheken fern zuhalten!

Für Vorschläge und konstruktive Kritik sind wir total aufgeschlossen – wie, dazu weiter unten mehr.

Digitale Informationsplattform: www.mvmy.de

Wir haben in einer Nacht- und Nebelaktion eine noch sehr rudimentäre neutrale Homepage ins Leben gerufen, um die hiesige Bevölkerung einfach, schnell und durch einen einzigen Informationskanal die wesentlichen Informationen zukommen zu lassen die (täglich wechselnd) für die nächsten Wochen und Monate wichtig sein könnten. Momentan entstehen viele fake-Seiten mit möglicherweise im Hintergrund befindlichen Viren oder Trojanern, die Risiken für ihre Software/Hardware beinhalten oder schlichtweg falsche Informationen enthalten, die Panik schüren könnten.

In einem geschützten/privaten Login-Bereich können sich „Versorger“ ( Ärzte, Apotheker, politische Entscheider, Organisatoren, medizinischer Assistenzbereich etc.) darüber austauschen und informieren, was für die tägliche Praxis zu beachten ist.

Einheitliches Vorgehen hilft uns allen in der jetzigen Phase, die Nerven zu bewahren. Hier werden zukünftig Downloads mit Informationen bereitgestellt (Praxisaushänge, Patienteninformationen, Flyer etc.), es wurde ein Chatroom aufgebaut, um drängende Fragen formulieren zu können und rasche Antworten zu erhalten, ohne dass wir alle Zeitverluste durch Telefonate erleiden.

Wir bitten um rege Mitarbeit: lassen Sie uns alle die von Ihnen gut recherchierten Informationen, Links, Informationsmaterialien in PDF-Form, Artikel oder ähnliches zukommen, damit wir die Seite mit Leben füllen können.

Diskussionforum terminiert für Mittwoch 18.03.2020 19 Uhr – NICHT PERSÖNLICH!

Bisher haben wir für den avisierten Termin zur Diskussion im ärztlichen Rahmen unter Hinzunahme politischer Akteure lediglich 9 Rückmeldungen. Ein fachärztlicher Kollege vom Labor Koblenz (Mikrobiologe) gibt zu Recht zu bedenken, dass ein physisches Treffen in der gegenwärtigen Infektionsrisikolage wohl eher nicht anzuraten wäre. Daher wollen wir versuchen, den Termin trotzdem einzuhalten, jedoch würden wir gerne eine Videokonferenz ins Leben rufen.

Bitte gehen Sie alle auf Ihre unsere neue Homepage unter www.mvmy.de, loggen sich im internen Bereich Mitte ganz unten bei LOGIN mit folgenden Daten ein:

  • Benutzername: Versorger
  • Passwort: Mayen2020C!19

Hier finden Sie einen link zu einer Daten-geschützten Videoplattform „GoToMeeting“. Dieser Bereich ist für Sie kostenlos. Wir senden Ihnen eine Meeting-ID zu mit der Sie am Videotreffen von (hoffentlich) zuhause aus teilnehmen können. Für Nutzer eines Smartphones müssen diese aus dem jeweiligen Store (Google-play oder Appstore) die App“Go To Meeting“ laden. Schon kann es losgehen mit dem Video-Chat unter beliebig vielen Teilnehmern.

Keiner von uns kann den anderen infizieren!

Keine Panik – zusammen schaffen wir das !

Die letzten Tage der Arbeit in unseren Praxen haben uns wachgerüttelt und präsentieren das wahre Geschehen. Der Verlauf der Covid-19-Pandemie ist exponentiell und überzeugt mittlerweile alle Zögerer und Zauderer auf der Entscheiderebene: lesen Sie hier einen hervorragend recherchierten Artikel, der die Erwartungen der allermeisten von uns auf eine harte Probe stellt- wir haben es nicht glauben wollen!

Was wir nun also gemeinsam versuchen müssen, ist einen ärztlichen Schulterschluss zu erreichen, der uns ermöglicht, das weitere Pandemiegeschehen kollektiv einzudämmen. Allem voran MUSS für uns Ärzte und die hiesige Bevölkerung die Notwendigkeit physischer Distanz verstanden und gelebt werden. Dies ist die einzige Möglichkeit, um die allzu rasche Verbreitung des Coronavirus zu verhindern und Zeit für die Vorbereitung ärztlicher Maximalversorgung lebensbedrohlich Erkrankter zu gewährleisten.

  1. Die Entwicklung der Erkrankungszahlen können Sie auf der homepage rechts oben einsehen (Corona-Virus-Monitor)
  2. Aktuell sind folgende notwendige Maßnahmen von politischer Seite vollzogen worden: Schließung des Schulbetriebes, Absage aller Großveranstaltungen über 1000 Teilnehmer und individuell auch unter 1000. Ab morgen werden alle nicht struktur-relevanten Geschäfte schließen – übrig bleiben Apotheken, Drogerien und Supermärkte.
  3. Heimquarantäne für vermutete und nachgewiesene Covid-19-Infizierte (hohe Dunkelziffer, Test-Sensitivität, prognostizierter Mangel an Testkits)

Tägliche Probleme in den ambulanten Praxen, BDZ und Krankenhäusern (einheitliches Vorgehen) – zu diskutieren

  1. Hygiene – vermutet infizierte Personen sollten aus den Praxen fern gehalten werden.
  2. Potentiell infektiöse Patienten von denjenigen mit anderen akuten Beschwerden trennen
  3. Patiententriage über Telefonkontakt, e-mail etc. (indirekte Aufklärung über Vorgehensweisen)
  4. AU – wie lange, wann , wie – nur per Post zuschicken
  5. Telefonhotline?
  6. Fieberambulanz als zentrale Anlaufstelle für ALLE potentiell infektiösen Patienten, die wirklich einen Arzt benötigen- incl. planbarer Terminvergaben (wie?) – Personal vorhanden (MFA) ?
  7. Wirtschaftlichkeit (Einkommensverluste durch Absage elektiver Untersuchungen/Operationen – wer weiß was, wie, Erstattung etc.)
  8. Materialnotstand (Masken, Brillen, Kittel, Handschuhe, Desinfektionslösungen)
  9. Medikamentenengpässe (Antibiotika, Antihypertensiva, Schmerzmedikamente usw. definieren, Vorhaltung, Bevorratung, Haushalten?)