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Rasche Installation einer Corona-Ambulanz

Sehr geehrte Frau Kausch,
haben Sie vielen herzlichen Dank für das konstruktive Telefonat vom heutigen Spätnachmittag.

Wir sind sehr dankbar, dass Sie die Geschwindigkeit unseres Vorhabens zur raschen Installation einer Corona-Ambulanz für den Landkreis Mayen-Koblenz am Standort Mayen tatkräftig und unbürokratisch unterstützen wollen.

In enger Abstimmung mit dem Landrat Herrn Dr.Saftig sowie dem für die ärztliche Besetzung der aktuell etablierten Fieberambulanz/Fieberstrasse in Mayen als Organisator beauftragten Chefarztes und ärztlichen Leiter des Klinikums Mayen Herrn Dr. Branding-Cvijanovic haben wir aktuell nahezu alle notwendigen Vorgespräche zur Umsetzung der Ambulanz geführt und avisieren einen Start derselben Mitte nächster Woche.

Geplant ist eine Angliederung einer fachärztlichen sowie hausärztlichen Corona-Mabulanz an die bestehende Fieberstraße.

Zum Hintergrund:
Aktuelle werden nach wie vor mutmaßlich Corona-positive Patienten von Seiten der Gesundheitsämter sowie durch verunsicherte Haus- und Facharztpraxen ohne Alternative an die Fieberambulanz verwiesen. Hier kann jedoch derzeit aufgrund mangelnder medizinischer Infrastruktur zwar durch ärztliche Besetzung lediglich die Triage und Entscheidung zur Testung Ja/Nein erfolgen. Die Patienten werden über das weitere Procedere informiert (Hausquarantäne Ja/Nein) jedoch nicht einer ggf. weiterführenden Diagnostik und /oder medikamentösen Behandlung zugeführt sondern letztlich bei notwendiger Weiterbehandlung an den Hausarzt verwiesen und letztlich wieder in das gesellschaftliche Umfeld entlassen.
Eine für zahlreiche Patienten sicherlich notwendige erweiterte ärztliche Untersuchung muß hier aufgrund der „Notstruktur“ einer initial schnell zu etablierenden Fieberambulanz unterbleiben – für den Beginn der Maßnahmen der Covid-19-Pandemie in Rheinland-Pfalz absolut sinnvoll und nun auszubauen!

Ziel ist es hier, eine effizientere und umfassend abgeschlossene medizinische Triage und Weiterbehandlung zu erreichen. Patienten mit vermuteter Covid-19-Infektion sollen primär durch digital-gestützte strukturierte Anamnese von „unauffälligen“ und damit nicht zu Testenden getrennt werden. Patienten mit in der Erstanamnese hochwahrscheinlicher Covid-19-Infektion und/oder schwerwiegenden Symptomen oder Begleiterkrankungen die einen schweren Verlauf einer Infektion zu erwarten haben, werden in einer nachgeschalteten und direkt an die Fieberambulanz angeschlossenen ärztlichen Behandlungseinrichtung unter Einhaltung aller der bereits in der Fieberstrasse etablierten Infektionsschutzmaßnahmen weiterdiagnostiziert und behandelt. Die Patienten erhalten idealerweise direkt vor Ort wenn notwendig Medikamente, eine erweiterte Diagnostik (Labor, EKG, ggf. Röntgen) oder werden bei kritischen pulmonalen oder Herz-Kreislaufinstabilitäten einer adäquaten Weiterversorgung in einer Klinik zugeführt.

Das Ziel ist IN der Fieberambulanz/der Corona-Ambulanz die komplette Versorgung anbieten zu können OHNE dass ein Patient weitere Kontakte zum öffentlichen/gesellschaftlichen Umfeld tätigen muss (Apotheke, Hausarzt/Facharzt etc.). Dies dient der Reduktion einer möglichen Infektionskette und ist damit essentiell für die Reduktion der allzu raschen Ausbreitung von Covid-19.

Medikamente, die nicht primär in der Corona-Ambulanz vorgehalten werden können über elektronische Rezepte auf digitalem Weg direkt an die Apotheken übermittelt werden. Die Medikamente kommen letztlich NUR per Auslieferung durch einen Boten zum Patienten. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird postalisch versandt (wenn notwendig).
Zudem planen wir eine Angliederung für die fachärztliche Versorgung. Patienten, die bereits Corona-positiv getestet wurden und/ oder bis vor kurzem oder weiterhin aktuell im engen Kontakt zu diesen stehen/standen und sich mit anderen Symptomen als diejenigen durch Covid-19 beim Haus-oder Facharzt präsentieren (Rücken- und Gelenkschmerzen , Bauchschmerzen etc., Beschwerden im Bereich aller weiteren Fachgebiete) sollen in der Corona-Ambulanzs unter der Maßgabe eines maximalen Infektionsschutzes für den behandelnden Arzt und Patienten vollumfänglich behandelt werden können.

Ziel muß es sein, die haus- und fachärztlichen Praxen von potentiellen Covid-19-Patienten nicht nur zu entlasten sondern diese von den noch funktionierenden ambulanten Versorgern fern zu halten, um Ärzte und Praxispersonal dort nicht zu gefährden sowie Kontakte zu noch Covid-19-freien Patienten in den Praxen fern zu halten.
Konkret sollen Haus- und Fachärzte unter Ihrer eigenen BSN (Betriebsstättennummer) in der Corona-Ambulanz tätig werden, damit eine transparente und faire Abrechnung erfolgen kann (jeder Arzt bringt sein eigenes Kartenlesegerät mit – die Dokumentation wird während der Triage vorgeschaltet und vom Arzt nachbearbeitet).

Um die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen rasch und unkompliziert mobilisieren zu können, benötigen wir unbürokratische Zusagen seitens der KV, wie folgt:

  1.  Aufhebung einer Budgetierung
  2. Aussetzen von Plausibilitäts-Prüfungen
  3. Verzicht auf ärztliche Dokumentation von klinischen und technischen Befunden (Sonografie/EKG etc.)
  4. Gewährleistung von Abrechnungsziffern der eigentlich Labormedizinern vorbehaltenen Leistungen für Schnelltests via POC-Geräte für die essentiellen Parameter CRP, Procalcitonin und selbstverständlich Coronavirus-PCR, da schon bald ein Mangel an Testkits/ Kapazitätsüberschreitungen der aktuell in die Coronavirus-Analyse eingebundenen Großlabore auftreten wird. Die Installation ausreichend vom Hersteller validierter Analysesysteme sollte von Ringversuchen befreit werden.
  5. Vorhaltung von notwendigen Medikamenten (Antibiotika, Bronchospasmolytika, Antitussiva, Sekretolytika, Antipyretika) auf Sprechstundenbedarf, um den Patienten eine direkte Versorgung /Ausgabe vor Ort zu ermöglichen

Wir würden Sie daher inständig bitten, dieses Vorhaben von Seiten der KV mit uns unbürokratisch zu beschleunigen und freuen uns über eine positive Rückmeldung Ihrerseits bis spätestens Freitagnachmittag!

Mit freundlichen Grüßen
Drs. S.Orth, P.Kudielka, C.Lutherer